Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Die 75-jährige Rentnerin braucht dringend neue Medikamente. Sie leidet unter einer multiplen Nervenerkrankung und hat starke Schmerzen. Die Arzneien, die von ihrer Krankenkasse bezahlt werden, verträgt sie nicht. Wenn sie die Mittel nimmt, bekommt sie zusätzlich Magenprobleme. Daher kauft sie sich die von ihr gewünschte Medizin selbst. Sie muss sie sich jedoch buchstäblich vom Mund absparen.
„Die guten Medikamente werden nicht verschrieben, weil sie die Kassen nicht bezahlen, daher verzichten die Patienten auf Essen, um sie sich leisten zu können“, erklärt Christine Offtermatt, Beraterin im Seniorentreff Starnberg. Nach Angaben von Max Gerl, Kreisgeschäftsführer der Caritas, sind insbesondere Senioren, die knapp über der Grundsicherungsgrenze liegen, die Leidtragenden des Gesundheitswesens. Denn sie bekommen keinerlei Zuschüsse und müssen alle erforderlichen Zuzahlungen sowie die Gebühren selbst leisten. „Sie brauchen Unterstützung, weil sie die Extras nicht mehr bezahlen können“, sagt Gerl. Nach seiner Erfahrung verschärft sich die Problematik ständig. Diese Art der Altersarmut nehme von Jahr zu Jahr spürbar zu, so der Caritas-Geschäftsführer. Mir den Spenden aus dem SZ-Adventskalender könnte die Rentnerin ihre Medikamente zur Behandlung der Nervenerkrankung finanzieren. Eine Dreimonatspackung kostet rund 90 Euro.
(SZ vom 03.01.12)