SZ Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung

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13.12.2011

SZ – Landkreisausgabe Fürstenfeldbruck

Witwe steht vor Neubeginn

Jasmina Nawaz (Name geändert) ist 40 und Witwe, sie hat fünf Kinder und steht vor einem Neuanfang. Doch der Weg, den sie gehen möchte, sieht schwierig aus.



Deshalb wollen die Caritas Fürstenfeldbruck und der SZAdventskalender für gute Werke Jasmina Nawaz helfen, dass sie in Deutschland bleiben und ihre Kinder hier erziehen kann. Denn eine Rückkehr in ihr Heimatland ist nahezu undenkbar, kann sie dort doch keinerlei Unterstützung erwarten. Denn ähnlich wie etwa in Indien, sind Witwen in Nawaz’ Heimatstaat gesellschaftlich nicht geachtet.
Für Jasmina Nawaz, die mit vier ihrer fünf Kinder in einer engen Sozialwohnung lebt, beginnt jetzt ein völlig neues Leben. Denn bis zum plötzlichen Herztod ihres Mannes im Juni dieses Jahres verlief ihr Leben fast ebenso traditionell wie in ihrer ehemaligen Heimat. Von der Familie wurde sie traditionell verheiratet, sie war von ihrem Mann völlig abhängig. Jasmina Nawaz, die eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland hat, sieht nur hier die Perspektiven für ihre Kinder, nicht aber in ihrer alten Heimat.
Ihre Deutschkenntnisse sind gering, beim Übersetzen bekommt sie Hilfe durch eine Dolmetscherin, die ihren kulturellen Hintergrund kennt und sie derzeit auch bei ganz alltäglichen Dingen unterstützt. Jasmina Nawaz möchte Deutsch lernen, hier bleiben und das fünfte Kind aus dem Ausland holen, wo es wie seine Geschwister vom Vater zur Ausbildung hingeschickt wurde. 15 und 14 Jahre sind die beiden ältesten Kinder, die anderen drei sind zwischen drei und acht Jahren. Jetzt aber sind sie in Schulen im Landkreis, wollen sich integrieren und lernen fleißig, haben deshalb aber weniger Zeit für die Mutter. Gerade die Hilfe der ältesten Tochter war für Jasmina wichtig, leidet sie doch an einer krankheitsbedingten und schmerzhaften Gelenkentzündung und ist derzeit arbeitsunfähig. Hinzu kommt, dass die Mutter unter der Last der Trauer und Existenzangst depressiv wurde und unter Schlafstörungen leidet. Das alles erschwert ihr derzeit, sich zu organisieren, ihr Leben neu zu gestalten.
Mitarbeiter des Caritas-Zentrums Fürstenfeldbruck unterstützen Jasmina Nawaz bei ihren Versuchen, sich eine neue Lebensperspektive aufzubauen. Am wichtigsten ist, das Kind aus der früheren Heimat nach Deutschland zu holen. Und dann muss die Witwe in Deutschland ganz normale Dinge lernen, die sie nicht kannte, weil sie in ihrer Ehe solche lebenspraktischen Fähigkeiten nicht lernen konnte. Um hier bleiben zu können, muss auch die Witwen- und Waisenrente geklärt werden, weil die 40-Jährige nur noch von einem Restgehalt ihres Mannes lebt. Entsprechende Anträge sind gestellt.
Die Caritas-Mitarbeiter helfen Jasmina Nawaz auch, eine größere Wohnung zu finden, in der sie und ihre fünf Kinder zusammen leben können. Nach dem Umzug wird sie auch Möbel und Einrichtungsgegenstände anschaffen müssen. Für all das benötigt sie ein wenig finanzielle Unterstützung, die ihr mit Hilfe der Spenden für den Adventskalender gewährt werden soll.

(SZ vom 13.12.11)