Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Die vier Kinder leben mit ihren Großeltern in einer kleinen Drei-Zimmer-Wohnung – doch Platzmangel ist nicht das größte Problem der Familie Kovac (alle Namen geändert). Viel schwerer wiegt, dass die Eltern der Geschwister nicht bei ihren Kindern sind. Der Vater hält sich in Serbien auf, die Mutter in Wien, beide sind drogenabhängig.
Die Kinder, zwischen sechs und elf Jahren alt, leben seit einigen Jahren bei ihren Großeltern, die beide chronisch krank sind. Ein paar Stunden am Tag kann der 64-jährige Branko Kovac arbeiten, das Jobcenter zahlt etwas dazu. Seine Frau Slavica kümmert sich um Kinder und Haushalt. „Ich kämpfe, solange ich lebe“, sagt sie.
Die elfjährige Ana, die Älteste der Geschwister, redet nicht viel, über ihre Eltern sagt sie gar nichts. Gemeinsam mit ihren Geschwistern hat sie eine Zeit lang heilpädagogische Gruppen besucht, das hat ihr geholfen. Jetzt geht sie zur Grundschule, genauso wie ihre zehnjährige Schwester Jovana. Ana ist gut in der Schule, wird kommendes Jahr voraussichtlich auf die Realschule gehen. Ihr achtjähriger Bruder Luka ist besonders begabt. Er hat sehr gute Noten, schon in der Vorschule konnte er lesen. „Ich weiß nicht, von wem er das hat – vielleicht hat ihm Gott geholfen“, sagt seine Oma – sie selbst kann weder lesen noch schreiben. Das jüngste der Kinder ist die sechsjährige Milena. Ihre Mutter hat sie erst vergangenes Jahr gebracht und ist wieder verschwunden. Am Anfang hat sie gar nicht geredet, war einfach traurig und durcheinander, nur langsam geht es ihr besser.
Und dann ist da noch die beengte Wohnsituation. Die drei Mädchen teilen sich ein Zimmer, Luka schläft im anderen. Die Großeltern übernachten auf der Couch im Wohnzimmer – Gift für Slavica Kovacs kranken Rücken. Im Moment warten sie auf eine größere Wohnung, doch das kann mehrere Jahre dauern. Auch sonst fehlt es an alltäglichen Dingen: Winterkleidung für die Kinder, Jacken, Stiefel, ein Kleiderschrank. Was die finanzielle Situation zusätzlich erschwert: Den Behörden gegenüber ist es schwierig nachzuweisen, dass die Eltern sich nicht selbst kümmern können.
(SZ vom 29.11.11)