Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Auf einmal ging alles ganz schnell. Als Sybille Schmidtchen im SZ-Adventskalender vom schlimmen Schicksal der 36-jährigen Frau aus München las, die unter einer seltenen, rapide fortschreitenden Rückenmarkserkrankung leidet und seit einigen Monaten im Rollstuhl sitzen muss, beschloss sie zu helfen. „Meine Mutter hatte einen Elektro-Rollstuhl für die Fahrten nach draußen.
Doch sie hat ihn kaum genutzt, und in diesem Jahr ist sie verstorben“, sagt Sybille Schmidtchen. Der fast neuwertige elektrische Rollstuhl samt Winterfell steht einfach ungenutzt herum.
Dann las die Echingerin in der Süddeutschen Zeitung von der alleinerziehenden Mutter eines fünfjährigen Mädchens, die aufgrund ihrer Schwäche das Haus mit dem normalen Rollstuhl nicht mehr verlassen und ihre Tochter zum Spielplatz begleiten kann. Und sie beschloss, ihr den Elektro-Rollstuhl zu schenken. Der SZ-Adventskalender übernahm den Transport, und so konnte die 36-Jährige noch vor Weihnachten das neue Gefährt in Empfang nehmen. Es hatte übrigens noch ein weiterer Leser einen Rollstuhl zur Spende angeboten.
Dank der Geldspenden der Leser für den Adventskalender konnte auch dem jungen Florian Jocher, der unter einem aggressiven Knochenkrebs leidet und mittlerweile im Hospiz lebt, geholfen werden. Er wolle, sagte er, seiner Familie keine Schulden hinterlassen. Doch die Wohnungsmieten, die aufgrund der dreimonatigen Kündigungsfrist noch fällig wurden, konnte Jocher nicht bezahlen. Der Adventskalender überwies schnell und unbürokratisch die fehlende Summe. „Mein Dank gilt allen Spendern des Adventskalenders, auch wenn ich mich bei denen nie persönlich bedanken werden kann“, schreibt der 28-Jährige kurz darauf in einer E-Mail. „Dank Ihnen muss ich mir keine Sorgen machen, wie ich die nächsten Rechnungen zahlen kann. Es beruhigt, dass man ein stückweit in Ruhe sterben kann.“
Ein Grabstein, sagte das Mädchen, wäre ihr größter Wunsch. Einen Grabstein für ihre Mutter, die sich das Leben genommen hat, kann sich die dreiköpfige Familie bislang aber nicht leisten. Ihr Schicksal bewegt viele SZ-Leser. Gleich vier boten an, einen Grabstein zu finanzieren. Ein Hilfsangebot der besonderen Art erhielt auch der Vater, dessen ehemalige Partnerin nach der Trennung keinen Kontakt mehr zum gemeinsamen, siebenjährigen Sohn will: Ein Unternehmensberater bot an, dem arbeitslosen Vater bei der Stellensuche zu helfen. Und eine Leserin will sich bemühen, dem Buben eine Nachmittagsbetreuung zu organisieren, damit der Vater nicht nur vormittags arbeiten kann.
(SZ vom 24.12.11)