Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Schikaniert, misshandelt, geschlagen: Wer im Frauenhaus Zuflucht sucht, hat oft einen langen Leidensweg hinter sich. Hier wird den Frauen geholfen, hier schöpfen sie neuen Mut, hier versuchen sie, ein neues Leben zu beginnen. Doch oft dauert es, bis sie Arbeit finden, eine eigene Wohnung mieten und einrichten und auf eigenen Füßen stehen können.
Der Adventskalender für gute Werke, das Spendenhilfswerk der Süddeutschen Zeitung, möchte diesen Frauen ein wenig helfen und ihnen und ihren Kindern eine kleine Weihnachtsfreude bereiten.
Abgehetzt und mit ein paar Tüten, in denen sie in aller Eile ein paar Sachen zusammengerafft hatte, kam Dunia Y. (Name geändert) mit ihrer achtjährigen Tochter im Freisinger Frauenhaus an. Der Lebensgefährte hatte Mutter und Tochter misshandelt und mit seinen Launen schikaniert. Ständig waren sie angespannt, hatten Angst vor neuen Gewaltausbrüchen. Dunia arbeitete tagsüber, ihr Lebensgefährte wollte sich eigentlich um das Mädchen kümmern, aber er schickte es lediglich auf die Straße und überließ es sich selbst. Schließlich entschloss sich die Frau zur Flucht ins Frauenhaus. Das Mädchen zeigt deutliche Verhaltensauffälligkeiten. Dunia will nun versuchen, mit entsprechender Unterstützung dem Kind zu helfen, die erlebte Gewalt zu verarbeiten. Sie ist auch auf der Suche nach einem Arbeitsplatz und nach einer kleiner Wohnung, um für sich und ihre kleine Tochter ein gemütliches und sicheres Nest einzurichten.
Christina K. hatte kein Glück in ihrer Ehe. Über viele Jahre war sie brutaler Gewalt ausgesetzt. Immer wieder wurde sie von ihrem Ehemann krankenhausreif geprügelt, wenn der betrunken nach Hause kam. Sie flüchtete dann meist zu den Nachbarn, manchmal auch ins Frauenhaus oder suchte Hilfe bei der Polizei. Lange glaubte sie, ihr Mann könnte sich ändern, aber diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Aus Angst vor ihm und vor dem Alleinsein schaffte sie nie den endgültigen Schritt einer Trennung. Inzwischen aber kommt sie regelmäßig ins „Freisinger Interventions Modell“ zu Beratungsgesprächen und hat für sich einen neuen Lebensplan entwickelt. Per richterlichen Beschluss konnte sie ein Kontaktverbot erwirken und hofft nun auf ein gewaltfreies Leben. Auch sie sucht eine kleine Wohnung und hofft mit Unterstützung der SZ-Leser ein paar Einrichtungsgegenstände dafür anschaffen zu können.
Fast fünf Jahre lang lebte Mary L. wie eine Sklavin bei ihrem Mann. Dabei war sie so glücklich gewesen, als sie mit ihm nach Deutschland ziehen konnte. Doch kaum angekommen, begann das Martyrium. Sie durfte keinerlei Kontakt zur Außenwelt oder zu ihrer Familie in Tunesien aufnehmen. Ihr einziger Ansprechpartner war ihr Mann. Obwohl er arbeitslos war, untersagte er seiner gut ausgebildeten Frau, eine Arbeit aufzunehmen. Mehrmals täglich musste sie zur Verfügung stehen und wurde vergewaltigt. In der Nacht musste sie vor seinem Bett auf dem Boden schlafen. Als er eines Tages vergessen hatte, die Tür abzuschließen, gelang der jungen Frau die Flucht ins Frauenhaus.
Seitdem hat sich Mary sehr geändert. Obwohl sie fast jede Nacht schreiend aus ihren Träumen erwacht, ist sie stark geworden und geht ihren eigenen Weg. Innerhalb von vier Wochen fand sie einen Arbeitsplatz und versucht nun, sich ein eigenes Leben aufzubauen. Bald wird sie in eine Ein-Zimmer-Wohnung umziehen. Allerdings fehlt ihr noch die gesamte Einrichtung, denn mit ihrem Einkommen konnte sie gerade einmal die Kaution finanzieren. Der Adventskalender für gute Werke will ihr den Start in das neue Leben ein wenig erleichtern.
(SZ vom 06.12.11)