Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
In der kleinen Giesinger Wohnung von Edith K. fehlt es an vielem.
Die Wände sind grau, das Sofa in der Küche ist zerschlissen. Am
meisten geht der 87-Jährigen ein Radio ab.
„Für die Musik hätt’ ich sterben können“, sagt Edith K. Das ist ein erstaunlich emotionaler Satz für die gebürtige Berlinerin, die ihre Lage lieber mit schnoddrigen Reden kaschiert. „Wat hilft es“, sagt sie, wenn es um die spärlichen 250 Euro geht, mit denen sie monatlich über die Runden kommen muss.
Mehr bleibt nicht von der durch Grundsicherung aufgestockten kleinen Witwenrente. Briefe der Krankenkasse, dass ein weiteres Medikament nicht mehr erstattet wird, kommentiert sie mit: „Muss det nun sein?“ Wie es hinter der Fassade aussieht, verbirgt die sorgfältig frisierte Frau mit den großen Augen. Schauspiel ist schließlich auch Teil ihres langen Berufslebens gewesen. Edith K. ist Sopranistin, und nachdem sie ihren Mann kennengelernt hatte, betrieb das Paar jahrzehntelang renommierte Musiklokale. An der Ostsee, in München, in Spanien. Es waren erlebnisreiche Jahre, mit viel Arbeit an den Tischen, auf der Bühne, bis in die Morgenstunden.
Edith K. sagt über ihren Mann, er sei der geborene Gastgeber gewesen, gesellig, großzügig. Als er starb, hinterließ er ihr jedoch einen Berg Schulden. Die Folgen spürt sie bis heute. Ein warmes Essen bringen ihr hin und wieder freundliche Nachbarn vorbei. Ein Wintermantel und Stiefel täten not, bei der Kälte, die in den nächsten Tagen noch zunehmen wird.
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(SZ vom 16.12.09)