SZ Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung

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Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)

22.12.2011

SZ – Landkreisausgabe Starnberg

Ein neuer Akku fürs Therapierad

Gisela V. ist krank, einsam und alleine. Seit mehr als 30 Jahren leidet sie an schwerem Rheuma, später kam eine Krebserkrankung hinzu. Das hinterlässt Spuren, finanziell, aber auch im Privatleben. Denn Freunde und Bekannte wollen sich nicht immer nur über Krankheit unterhalten. Manchmal hat sie so große Schmerzen, dass sie sich nicht mehr bewegen kann.



Dann liegt sie auf dem Sofa. Ihr einziger Freund ist ihr Hund. „Er zwingt mich, trotz meiner Schmerzen hinauszugehen.“ Normalerweise benutzt sie ein Therapierad zum Gassigehen – eine Art Dreirad, bei dem keine Sturzgefahr besteht. Der Akku des Rads ist kaputt gegangen, er müsste ausgetauscht werden. Dafür müsste sie 200 Euro bezahlen, die sie nicht hat. V. lebt von der Grundsicherung.
Ihre Lebensversicherung, die als Altersvorsorge gedacht war, musste sie wegen der gesetzlichen Vorgaben auflösen. Ihre Ersparnisse hat sie aufgebraucht für Ausgaben wie Zuzahlungen zur Therapien. Zudem benötigt sie nach 30 Jahren Cortison-Einnahme Nahrungsergänzungsmittel. Um sich das leisten zu können, verkauft sie Teile aus ihrem Hausrat über Ebay. „Ich muss doch irgendwie durchs Leben kommen“, sagt sie.
Die Krankenkassen zahlen zwar für einen Therapie-Heimtrainer, nicht aber für ein Therapierad. Dabei sind die Kosten gleich hoch. Und für sie sei es sehr wichtig, dass sie an die frische Luft kommt, nicht nur wegen ihres Hundes: „Ich muss raus, zu Hause bin ich total isoliert.“ Der behandelnde Arzt hat der Rheumakranken bestätigt, dass das Rad dringend notwendig ist, doch eine Einigung mit der Krankenkasse gab es bislang nicht. Der Klageweg würde laut Gisela V. mindestens drei Jahre dauern. Mit den Spenden aus dem SZ-Adventskalender könnte sie die Akkuzellen für ihr Rad erneuern lassen und sich die dringend nötigen Nahrungsergänzungsmittel für die nächste Zeit leisten.

(SZ vom 22.12.11)