SZ Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung

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Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)

22.12.2011

SZ – Landkreisausgabe Freising

Alt, krank und ohne Hilfe

Gerade im Alter geraten viele Menschen in Not. Oft ist ihre Rente sehr gering und weil sie schon früher wenig verdient haben, konnten sie auch keine großen Ersparnisse anlegen. Kommen dann auch Krankheiten hinzu, wie sie sich im Alter zwangsweise einstellen, sehen sie oft keinen Ausweg mehr. Hilfsorganisationen kümmern sich um diese Menschen, aber sie sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen.



Der „Adventskalender für gute Werke“, das Spendenhilfswerk der Süddeutschen Zeitung, will einen Beitrag dazu leisten, alten Menschen das Leben zu erleichtern und ihnen an Weihnachten eine kleine Freude zu bereiten.
Da ist Bettina L. Sie ist 69 Jahre alt und muss dreimal wöchentlich zur Dialyse, lebt von Hartz IV und ist auf Lebensmittel der Freisinger Tafel angewiesen. Durch die Blutwäsche ist sie aber oft so schwach, dass sie es nicht einmal zur Tafel schafft, die Arbeiterwohlfahrt unterstützt sie dabei. Hilfe braucht Bettina L. aber auch, um ihren Haushalt in Ordnung zu halten, weil dies ein zu großer Kraftakt für die 69-Jährige ist. Ohne Hilfe kann sie auch nicht mehr Duschen, trotzdem hat sie keine Pflegestufe bekommen, da der Hilfsbedarf den gesetzlichen Anforderungen noch nicht entspricht. Finanziell ist sie aber nicht in der Lage, irgendwelche Hilfeleistungen in Anspruch zu nehmen.
Gabriel R. hatte vor über 40 Jahren einen schweren Arbeitsunfall, bei dem er sich mehrere Brüche zuzog. Seitdem konnte er nur noch eingeschränkt einer Arbeit nachgehen. Als vor zwei Jahren der Arzt bei ihm Krebs diagnostizierte, war das für ihn ein seelischer Schock. Es folgten Chemotherapie und Bestrahlungen, mittlerweile ist R. pflegebedürftig und sitzt im Rollstuhl. Für alle Unternehmungen, ob das nun die anfallenden Arztbesuche sind oder Versuche, noch ein wenig am Alltagsleben teilzunehmen, ist Michael R. auf fremde Hilfe angewiesen. Mit seiner kleinen Unfallrente kann er sich die aber nicht häufig leisten.
Hans S. ist mittlerweile 79 Jahre alt. Obwohl er auf den Rollstuhl angewiesen ist, will er nicht in ein Pflegeheim umziehen. Er will in seiner eigenen Wohnung bleiben, obwohl die nur über Treppen zu erreichen ist. Hilfe erhält er von einem ambulanten Pflegedienst, den er mit seinem Pflegegeld bezahlt. Am liebsten hält sich Hans S. in seiner Wohnküche auf, weil er dort einen mit Holz zu beheizenden Ofen stehen hat, der so schön knistert. Aber der Kaminkehrer hat ihm gesagt, dass dieser Ofen nicht mehr sicher betrieben werden kann. Für einen neuen aber hat der Rentner kein Geld.
Seit neun Jahren lebt der 67-jährige Karl R. allein in Freising. Seine seit etlichen Jahren latent vorhandene psychische Erkrankung brach vor zwei Jahren massiv aus. Starke Panikattacken führten zu mehrmaligen Aufenthalten in der Psychiatrie, sie führten aber zu keiner nennenswerten Verbesserung seines Gesundheitszustandes. Seine Geschwister leben in der Nähe, zeigen aber für seine Krankheit kein Verständnis. Karl R. lebt von einer kleinen Rente, die nur für das Notwendigste reicht. Neue Winterbekleidung kann er sich nicht leisten, dabei würde er die dringend benötigen, da seine schon 15 Jahre alten Stiefel diesen Winter wohl nicht mehr überstehen.

(SZ vom 22.12.11)