Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Vermutlich geht alles streng nach Recht und Ordnung. Und das sieht nun mal vor, dass Aleksic S. zusammen mit der Mutter seiner beiden Kinder in einem Zimmer leben muss. 16 Quadratmeter, seit drei Jahren.
„Wir sind psychisch am Ende“, sagt der Vater. Die Kinder sind ein und zwei Jahre alt, sie haben nicht einmal Platz für ein Bett in dem winzigen Appartement in Sendling. Abends rücken sie den Wohnzimmertisch zur Seite und breiten Decken auf den Boden, das ist ihr Nachtlager. Die Kinder sind sehr unruhig, die Eltern finden meist nur wenige Stunden Schlaf in der Nacht.
S. ist 30 Jahre alt, stammt aus Serbien und lebt seit 22 Jahren in Deutschland. Er ist auch deutscher Staatsbürger. Vesna J., seine Partnerin, ist offiziell Asylbewerberin und noch verheiratet mit einem Serben. Weil ihr Ex- Mann in der Heimat aber nicht auffindbar sei, könne die Ehe nicht geschieden werden, und deshalb ist sie offiziell in einem Asylheim gemeldet. Dort ist das Zimmer noch kleiner, also ist die 24-jährige mit ihren Kindern zu ihrem Partner gezogen. Nicht einmal das Sorgerecht habe S. für seine Kinder, obwohl er die Vaterschaft natürlich anerkannt habe. Die Gesetze wollen es auch, erzählt S., dass seine Partnerin ihre fünfjährige Tochter aus der früheren Beziehung nicht nach Deutschland holen könne. Sie lebt bei der Oma, die ist blind und betagt. Vesna J. leidet unter den Verhältnissen, ist depressiv geworden.
Nach einem Schicksalsschlag in der Familie verlor S. seinen Arbeitsplatz, und angesichts der desolaten Wohnsituation hat er kaum eine Chance, einen neuen Job zu finden: Welcher Chef akzeptiert einen dauernd unausgeschlafenen Mitarbeiter? So dreht sich in der Familie alles im Kreis, es ist ein Teufelskreis. „Wir sind am Ende“, sagt S.
Geld fehlt für eigentlich Selbstverständliches, für Kleidung, Spielzeug, einen Schrank, ein Schlafsofa, und erst recht für eine größere, bezahlbare Wohnung. „Wir wollen“, sagt S., „einfach nur leben wie normale Bürger.“
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(SZ vom 21.12.09)